Aus der Reichenwalder Schulchronik

Die Schule auf dem platten Lande

Der Zeitpunkt der Errichtung des ersten Reichenwalder "Schuletablissements" lässt sich nicht mehr nachweisen. Überliefert ist, dass es sich um ein Lehmfachwerkhaus gehandelt hat.
Bereits viele Jahre vor dem Abriss befand sich das Gebäude in einem äußerst erbärmlichen Zustand. Im Jahre 1818 wurde dieses Haus abgetragen und im darauffolgenden Jahr an gleicher Stelle ein neues Küster- und Schulhaus gebaut. Die Kosten beliefen sich auf 437 Thl. Dieses Schulhaus wies bereits nach wenigen Jahren erhebliche Baumängel auf. Notwendige Reparaturen verursachten beträchtliche Kosten.
Ein Abriss im Zusammenhang mit dem geplanten Schulneubau wurde letztlich wegen der "Brauchbarkeit" des alten Hauses nicht ausgeführt.




Dorfanger 1946

Dorfanger 1946



Schule 1939

Schule 1939

Neubau der Schule im Jahre 1858

Am 1. November 1858 wird das neue Schulgebäude eingeweiht. "Es besteht zunächst aus dem eigentlichen Klassengebäude, welches zwei übereinander liegende Schulklassen enthält." "An die Ostfront des Klassengebäudes stößt mit seinem westlichen Giebel das Wohngebäude der Lehrer (heutige "Lehrerzimmer" und Aula). Der erste Lehrer hat an Wohnungsräumlichkeiten 2 heizbare kleine Stuben und eine Schlafkammer..." (Schulchronik)
Im Jahre 1853 besuchten 170 Kinder die Schule; von der Königlichen Regierung war zu diesem Zeitpunkt lediglich eine Lehrerstelle bewilligt worden. Erst 1858 wurde ein zweiter Lehrer eingestellt. Im Jahre 1881 erhöhte sich die Schülerzahl auf 240.

Erweiterungsbau im Jahre 1913

Die Schülerzahl liegt im Jahre 1908 bei 216. Zwei Jahre später wird die Anstellung eines dritten Lehrers genehmigt. "Das alte Schulgebäude soll nun so erweitert werden, dass an der Nordseite angebaut wird. Das Parterre soll das Klassenzimmer (heutige Küche), der 1. Stock Wohnungen der 2. und 3. Lehrer (je Stube und Kammer) (heutige Fewo) einnehmen. Der alte Eingang fällt sodann für die Kinder fort; der Haupteingang wird nach der Westseite verlegt." (Schulchronik)
Nach dem I. Weltkrieg verringert sich die Schülerzahl drastisch. Im Jahre 1929 sind 69 Kinder verzeichnet. Die dritte Lehrerstelle wird abgebaut.
Im Jahre 1930 erfolgt endgültig die Trennung des Schul- und Kirchenamtes.
Im Jahre 1939 wird die evangelische Schule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt.

Nach Beendigung des II. Weltkrieges wird am 1. Oktober 1945 der Schulbetrieb laut Befehl der Sowjetischen Militäradministration wieder aufgenommen.



Einschulung 1961

Einschulung 1961


Kindertag 1970

Kindertag 1970

Die Reichenwalder Schule in der Zeit
von 1949 - 1975

1949 besuchten 149 Kinder die Schule, 1952 waren es nur noch 75. Ein neues Schulsystem wird geschaffen. Drei Lehrer unterrichten die Kinder. 1966 sind 38 Schulkinder verzeichnet. Ab 1970 wurden nur noch Kinder der 1. und 2. Klasse unterrichtet. Im Jahre 1975 wurde der Schulbetrieb in Reichenwalde eingestellt.
Bis 1989 wurde das Schulgebäude als Ärzte- und Schwesternstützpunkt sowie als Verkaufsstelle für Lebensmittel genutzt. Im Jahre 1994 wurde das Gebäude saniert. Seit Juni 2001 befindet sich das Restaurant "Alte Schule" in den Räumen des Neubaus von 1858.

NEUE- "ALTE SCHULE"

Zunächst waren die Räume gemietet, doch Dank unserer Familien konnten wir das Gebäude 2007 von der Gemeinde käuflich erwerben und unsere Pläne zu einem kleinen Hotel rückten in greifbare Nähe. Mit Fördermitteln der EU (EFRE) und dem Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg konnte 2008 zunächst mit der Dachsanierung des alten Lehrerwohngebäudes begonnen werden. 2009 folgte dann der Ausbau der oberen Etage, zu 6 Doppelzimmern und 1 Ferienwohnung und der Gastraum wurde um die Aula und das Lehrerzimmer erweitert.
Nun freuen wir uns, Sie in unserer NEUEN- "ALTE SCHULE" begrüßen zu dürfen.

Wir bedanken uns bei Frau Inge Schneider unserer Ortschronistin in Reichenwalde für die umfangreichen Recherchen.


Alte Schule 2010

NEUE- "ALTE SCHULE 2010"